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Bewerbung zurückziehen: So ziehst du deine Bewerbung professionell zurück

  • 15.03.2021

  • Category: Bewerbung

Manchmal kommt es anders, als man denkt. Da hast du ein tolles Jobangebot gefunden und Stunden in eine Bewerbung investiert. Nur um eine Woche später ein ganz anderes und völlig unverhofftes Jobangebot von deiner Traumfirma zu bekommen. Oder du gehörst zu Otto-Fleißig-Bewerber, der sich natürlich auf mehrere Jobs gleichzeitig bewirbt und am Ende mit drei Verträgen am Schreibtisch sitzt und sich nicht entscheiden kann. Und dann gibt es noch die Kandidaten, die eine Probearbeit beim Job ihrer Träume ergattert haben, nur um festzustellen, dass es sich dabei um einen wahren Albtraum handelt. So oder so: Eine Bewerbung zurückziehen ist hier die einzige Lösung.

junge Frau am Telefonieren

Aber darfst du das überhaupt? Welche Gründe kannst du anführen, ohne wie Otto-Überflieger zu wirken und es dir für immer und ewig mit dem Unternehmen zu verscherzen? Wie sprichst du vielleicht auch unangenehme Punkte professionell an? Welche Fragen stellen sich Bewerber, die eine Bewerbung zurückziehen müssen? Und wie stellst du das Ganze schlussendlich an, um dich auch weiterhin in der Firma sehen zu lassen? Fragen über Fragen. Hier findest du Antworten.

Tatsache ist: Handelt es sich um ein seriöses Unternehmen, bist du meistens nicht das einzige Feuer im Eisen. Meistens gibt es noch Bewerber B und C, die während du noch lange hin und her überlegst, gar keine Rückmeldung erhalten haben. So gehen Firmen sicher, dass eine vakante Position nach einem langwierigen und kostenintensiven Bewerbungsprozess auch wirklich besetzt wird. Aus diesem Grund ist ein schlechtes Gewissen in der Regel nicht nötig. Trotzdem ist es wichtig, beim Bewerbung zurückziehen professionell und integer aufzutreten. Die Arbeitswelt ist klein.

Bewerbung zurückziehen: Das sind die Gründe

Viele Gründe führen zur Absage. Auch deinerseits. Eine Bewerbung zurückzuziehen ist dir nicht nur gestattet, wenn du ein besseres Angebot vorliegen hast. Mehrere Beweggründe sprechen dafür, sich nochmal hinzusetzen und den Schritt zu überdenken.

  • Krankheit. Stressresistenz und Belastbarkeit sind die typischen Verdächtigen in jeder Stellenbeschreibung. Gerade Jobs mit Reisebereitschaft erfordern eine gute körperliche Konstitution. Einen Schritt zurückzutreten, ist manchmal der beste Schritt nach vorn.
  • Familiäre Gründe. Hier geht es nicht nur um die Familienplanung. Auch die Nähe zu (pflegebedürftigen) Angehörigen ist ein guter Grund, die Unternehmenswahl noch einmal zu überdenken.
  • Besseres Angebot. Der Klassiker: Kaum hast du einen Vertrag auf dem Tisch, gesellt sich der Zweite dazu. Ein Luxusproblem.
  • Reputation und/oder Arbeitsklima. Hier wird es eher kritisch. Hast du etwas erfahren, was deutlich gegen den neuen Arbeitgeber spricht? Es lohnt sich, diese Bedenken offen anzusprechen.
  • Qualifikation. Du kannst für einen Job sowohl überqualifiziert als auch unterqualifiziert sein. Beides ist ein guter Grund, ein Jobangebot abzulehnen und nach einer Stelle zu suchen, die deiner aktuellen beruflichen Situation entspricht.
  • Gehalt. Es ist legitim, eine Bewerbung aufgrund von unterdurchschnittlicher Bezahlung zurückzuziehen. Dabei solltest du dich vorher allerdings gründlich über deinen Marktwert informieren.
  • Persönliche Orientierung. Du möchtest lieber mit Menschen arbeiten? Du reist nicht gerne? Oder du siehst dich in ein paar Jahren einfach nicht in diesem Unternehmen? Ein neuer Job soll vor allem eins machen: Spaß!

FAQ Absage: Die wichtigsten Antworten

Jetzt kennst du einige der Gründe, die es manchmal erfordern, Bewerbungen zurückziehen zu müssen. Das ist allerdings nicht immer einfach. Deswegen findest du hier Antworten rund um die häufigsten Fragen, die sich Bewerber in deiner Situation stellen.

#1 Darf man seine Bewerbung zurückziehen?

Selbstverständlich und: Je früher desto besser. Wenn du bereits sicher weißt, dass dieser Job nichts für dich ist, solltest du deinen Mitbewerbern gegenüber so fair sein und deine Bewerbung zügig zurückziehen. Manch ein anderer Kandidat bekommt so noch eine Chance, der bereits im Postausgang für eine Absage gelistet war.

#2 Wie formuliert man am besten eine Absage?

Muster oder Formulierungen für eine Jobabsage seitens Bewerber findest du viele. Stattdessen kommt es aber viel mehr darauf an, dem Unternehmen echte Wertschätzung zu signalisieren. Achte deswegen darauf, beim Bewerbung zurückziehen immer auch dein Interesse an einem weiteren Kontakt zu signalisieren. Außerdem kannst du dich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken und mitteilen, wie dich der Bewerbungsprozess positiv beeinflusst hat.

#3 Wie schnell muss ein Angebot angenommen werden?

Bei manchen Jobangeboten teilt das Unternehmen dir deutlich mit, bis wann eine Entscheidung erwartet wird. Diese Frist solltest du nicht ohne eine Rückmeldung verstreichen lassen. Solltest du zusätzliche Bedenkzeit benötigen, lohnt sich meistens ein kurzer Telefonanruf. Sind dagegen keine Fristen abgesprochen, gelten drei bis fünf Tage als Faustregel. Eine Bewerbung zurückziehen solltest du daher innerhalb dieser Zeitspanne.

#4 Wie sagt man einem Recruiter ab?

Du wurdest von einem Headhunter angeworben? Glückwunsch! Das bedeutet, dass deine Arbeitskraft wirklich gefragt ist. Vielleicht bist du aber auch in deiner derzeitigen Position zufrieden und nicht auf der Suche nach einem Job. In diesem Falls kannst du dem Recruiter für das Interesse danken, mitteilen, wie erfolgreich du in deinem derzeitigen Job bist und anbieten, in Kontakt zu bleiben. So hältst du dir alle Türen offen.

#5 Kann man eine Jobzusage zurückziehen?

Hier handelt es sich um dünnes Eis. In Deutschland sind auch mündliche Absprachen so bindend wie ein Vertrag auf Papier. Trotzdem gilt diese Regelung allgemein eher zum Schutz des Arbeitnehmers, da Vorgesetzte eher ungerne neue Mitarbeiter einstellen, die eigentlich die Bewerbung zurückziehen wollten. Daher ist in diesem Fall die Flucht nach vorne genau richtig: Sprich dein Versehen offen an. Eine Lösung findet sich immer.

Bewerbung zurückziehen: Mail, Telefon oder persönlich?

Fast alle Fragen sind geklärt: Jetzt geht es nur noch um den letzten Schliff. Wie genau wirst du dem Unternehmen mitteilen, dass aus einer Zusammenarbeit doch nichts wird? Zugegeben: Das ist keine einfache Aufgabe. Deswegen wird auch gerne auf Muster und Formulierungen zurückgegriffen, die hübsch in einer Mail arrangiert werden und damit hat sich das Ganze.

Auch wenn das die einfachste Variante ist, ist es noch lange nicht die Beste! Gerade nach einem oder sogar mehren Vorstellungsgesprächen wurde viel Zeit in dich investiert. Außerdem kann es sehr gut sein, dass du in mehreren Jahren vielleicht doch eine Mitarbeit in Betracht ziehst. Deswegen lohnt es sich, in den sauren Apfel zu beißen und persönlich anzurufen. So kannst du am besten erklären, was dich zu deiner Entscheidung gebracht hat und für die Zukunft etwaigen negativen Erinnerungen an dich direkt die Tür verschließen. Viel Erfolg!